Erich Müller darf als Begründer einer Freundschaft angesehen werden, die einen fast schon abenteuerlichen Anfang nahm. In den späten 60er Jahren waren viele Studenten im Europa – Fieber. Sie liefen an die Grenzen und rissen die Schlagbäume weg. Völkerverständigung war keine fixe Idee mehr, die Völkerverständigung in Europa war Realität geworden.

Auch Erich Müller, der erste Jugendwart der Langendernbacher Jugendfeuerwehr, war von dieser Idee überzeugt. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt, eine europäische Freundschaft zwischen der Jugendfeuerwehr Langendernbach und einer Jugendfeuerwehr eines der Nachbarländer Deutschlands.

So telefonierte er 1977 mit den deutschen Konsulaten in Österreich, der Schweiz, in Frankreich, Belgien, in den Niederlanden und in Dänemark , um den Namen des jeweiligen Landesjugendwartes herauszubekommen. So ist es mehr oder weniger Zufall, dass er an den Landesjugendwart von Frankreich, Monsieur Beck, geriet. Dieser war zugleich Mitglied der Feuerwehr von Bischheim, einem Vorort von Straßburg. So bahnte sich die Freundschaft an, die nun schon fast drei Jahrzehnte währt.

Doch bevor die Langendernbacher Jugendfeuerwehr zum ersten Mal 1977 ein Zeltlager in Bischheim antreten konnten, waren noch sprachliche Hürden zu überwinden. Wenn Erich Müller nach der Telefonnummer von Monsieur Beck fragte, unter der er ihn erreichen könnte, gab man ihm zu Antwort die "18".

Dies ist jedoch die französische Notrufnummer. Da man diese aus dem deutschen Telefonnetz nicht erreichen kann, kam auch zuerst keine Verbindung mit dem französischem Jugendwart zustande. So musste Erich Müller zuerst nach Paris anrufen, um diesen zu erreichen, was natürlich auch sprachliche Probleme bereitete.

Im Sommer 1977 konnten die Langendernbacher Jugendlichen den ersten Besuch nach Straßburg antreten, eine Stadt, die nicht nur 1977 faszinierte, sondern während der vielen folgenden Aufenthalte in Bischheim, wer selbst einmal dort war und wer selbst einmal die anderen Lebensgewohnheiten in Frankreich erfahren hat, der weiß wovon hier die Rede ist.

Bild der JFW Bischheim 1977

Jugendfeuerwehr Bischheim 1977

1978 startete eine französische Delegation, um in Langendernbach ein Zeltlager zu besuchen. So wechselte man sich in jedem Jahr mit dem Ort des gemeinsamen deutsch-französischen Zeltlager ab. Um die Sprachprobleme anfangs in den Griff zubekommen, bediente sich Erich Müller an einem Feuerwehrkameraden aus der Langendernbacher Wehr, Namens Albert Rinn. Dies war natürlich ein netter Zufall, denn Rinn ist gebürtiger Straßburger. Albert Rinn übersetzte bei den ersten Fahrten nach Straßburg und zeigte seine Heimat.

Dies also ist die Geschichte unserer europäischen Freundschaft!

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